Zum Inhalt springen
Allgemein

Nebenberuflich als Coach: So kommst du neben dem Job gezielt voran.

Mittwochabend, 21:15 Uhr. Die Küche ist aufgeräumt, morgen früh wartet wieder dein Teilzeitjob, und jetzt hast du eine Stunde für dein Coaching. Du klappst den Laptop auf, um endlich den Text für dein neues Angebot zu schreiben. Vorher schaust du kurz auf Instagram. Eine Kollegin aus deiner Ausbildung schreibt, dass sie gekündigt hat und ab jetzt nur noch coacht. 20 Minuten später ist dein Dokument immer noch leer, und du denkst: „Wenn ich mehr Zeit hätte, wäre ich längst so weit.“ Hier erfährst du, was dir neben dem Job wirklich fehlt, worauf du deine wenigen Stunden richtest, was du formal klärst und wann sich der Wechsel in die volle Selbstständigkeit lohnt.

Kurz gesagt

  • Neben dem Job bleiben oft nur wenige Stunden pro Woche für dein Business. Jeder Umweg kostet dich deshalb gleich mehrere Wochen. Mit einer klaren Richtung reichen auch wenige Stunden.
  • Du gehst die 6 Bausteine deines Coaching Business von oben durch und arbeitest am ersten, der noch nicht steht. Alles andere darf so lange warten.
  • Formal gehören ein Gespräch mit deinem Arbeitgeber und die Anmeldung beim Finanzamt dazu. Was das steuerlich für dich heißt, klärst du am besten mit einer Steuerberatung.
  • Für den Wechsel in die volle Selbstständigkeit gibt es keine feste Regel. Gute Zeichen sind Anfragen, die seit Monaten verlässlich kommen, und eine Rechnung, die auch ohne Gehalt aufgeht.

Warum neben dem Job jede Stunde doppelt zählt

Wer neben einer Anstellung coacht, kennt das. Ein paar Sitzungen pro Woche passen gut in den Kalender. Für alles andere, also Angebot, Texte, Inhalte und Gespräche mit neuen Interessenten, bleiben vielleicht 4 oder 5 Stunden. Meistens liegen sie abends, wenn der Kopf schon voll ist.

Da liegt der Gedanke nahe, dass dir einfach Zeit fehlt. Mit mehr Stunden ginge alles schneller, so wie bei der Kollegin, die jetzt nur noch coacht. Zeit allein baut aber noch kein Business. Viele Coaches, die ganz selbstständig sind, haben freie Vormittage und trotzdem einen leeren Kalender.

Was bei dir wirklich anders ist: Du hast keinen Platz für Umwege. Ein Kurs, der dich am Ende nicht weiterbringt, oder eine neue Website, die niemand besucht, kostet schnell 40 Stunden. Mit 5 Stunden pro Woche sind das 8 Wochen. Eine Kollegin mit 20 Stunden pro Woche ist damit nach zwei Wochen durch. Bei dir entscheidet deshalb vor allem eins: ob deine wenigen Stunden in die richtige Richtung gehen.

Neben dem Job hast du keine Zeit für Umwege. Darum zählt Klarheit für dich doppelt.

Wohin die Zeit neben dem Job oft verschwindet

Schau dir eine ganz normale Woche an. Am Montag probierst du ein neues Format auf Instagram aus. Am Mittwoch schreibst du die Startseite deiner Website um. Am Wochenende schaust du zwei Folgen eines Onlinekurses über Social Media, und zwischendurch passt du noch einmal dein Logo an. Jede dieser Aufgaben fühlt sich vernünftig an. Nach drei Monaten bist du müde, und dein Kalender sieht aus wie vorher.

Dahinter steckt eine verständliche Sorge. Wer wenig Zeit hat, will nichts verpassen und macht von allem ein bisschen. Genau dadurch verteilt sich die Zeit so dünn, dass nirgends etwas fertig wird. Irgendwann kommt die leise Frage, ob du für das alles überhaupt gemacht bist.

Mit deinem Können hat das wenig zu tun. Dir fehlt eine klare Reihenfolge, die dir sagt, was jetzt dran ist und was warten darf.

„Ich mache nebenbei ein bisschen Coaching“

Vielleicht kennst du diesen Satz von dir selbst. Dein Nachbar fragt am Gartenzaun, was du beruflich machst, und du sagst: „Ich arbeite in der Verwaltung und mache nebenbei ein bisschen Coaching.“ Gemeint ist das bescheiden und ehrlich. Er hört daraus, dass dein Coaching ein Hobby ist. Erzählt ihm eine Woche später eine Kollegin von genau dem Problem, bei dem du hilfst, denkt er kaum an dich.

Für deine Kundin zählt vor allem, ob du ihr Problem verstehst. Wie viele Stunden du daneben noch woanders arbeitest, fragt sie selten. Sag deshalb zuerst, wem du hilfst und wobei. Dein Job darf danach ruhig auch vorkommen. Wie du diesen Satz findest, steht im Artikel Positionierung als Coach.

Und dein Job hat einen Vorteil, den viele unterschätzen. Weil dein Gehalt jeden Monat kommt, musst du nicht jede Anfrage annehmen. Du kannst dir aussuchen, mit wem du arbeitest, und deinen Preis sagen, ohne dass deine Stimme beim letzten Wort leiser wird. Diese Ruhe hätten viele Coaches gern, die ganz von ihrem Coaching leben müssen.

Worauf du deine wenigen Stunden richtest

Ich arbeite mit Coaches an 6 Bausteinen, die aufeinander aufbauen: Persönlichkeit, Positionierung, Angebot, Marketing, Vertrieb und Systeme. Du fängst beim ersten Baustein von oben an, der bei dir noch nicht steht. Wie die Bausteine zusammenhängen, liest du im Artikel Coaching Business aufbauen.

Neben dem Job ist diese Reihenfolge noch wichtiger als für Coaches, die ganz selbstständig sind. Du kannst nicht an allen Bausteinen gleichzeitig arbeiten. Also arbeitest du eine Weile nur an dem einen, der gerade bremst, und lässt den Rest bewusst liegen. Das fühlt sich zuerst an, als würdest du etwas versäumen. Dafür gehen deine Stunden zum ersten Mal alle in dieselbe Richtung.

Ein Beispiel: Ist noch unklar, für wen du arbeitest, bringen dir neue Formate auf Instagram wenig. Dann gehören deine Abende eine Weile der Positionierung. Steht sie, kommt das Angebot dran. Erst danach lohnt sich jede Stunde, die du in Inhalte steckst.

Die Falle mit den Tools

Wer wenig Zeit hat, sucht gern zuerst nach Werkzeugen, die Zeit sparen sollen: ein Buchungstool, Vorlagen, automatische Mails. Ein Buchungstool spart dir aber erst Zeit, wenn auch jemand bucht.

Deshalb kommen Systeme als letzter Baustein. Eine Ausnahme gibt es: Wiederholst du jede Woche mehrere Stunden dieselbe Handarbeit, lohnt sich eine einfache Lösung dafür schon früher.

Dein erster Schritt: Wohin sind deine Stunden gegangen?

Bevor du dir für die nächste Woche wieder alles gleichzeitig vornimmst, schau zurück. Du brauchst dafür eine Viertelstunde und deinen Kalender.

  1. Schreib auf, wie viele Stunden pro Woche du neben Job und Sitzungen wirklich für dein Business hast. Ehrlich, so wie es in einer normalen Woche aussieht.
  2. Notier, womit du diese Stunden in den letzten zwei Wochen verbracht hast. Jede Aufgabe kommt in eine eigene Zeile.
  3. Markier alles, was dich direkt in ein Gespräch mit einer möglichen Kundin oder einem möglichen Kunden gebracht hat.
  4. Trag dir für die nächste Woche einen festen Termin für dein Business ein, zum Beispiel dienstags von 19 bis 21 Uhr, und gib ihm genau eine Aufgabe.

Bleibt im dritten Schritt wenig markiert, mach dir keine Vorwürfe. Du siehst jetzt, wohin deine Zeit geht, und kannst sie ab der nächsten Woche gezielt einsetzen. Welche eine Aufgabe in deinen festen Termin gehört, hängt davon ab, wo es bei dir hakt.

Welcher Baustein bremst dich gerade?

Mit 6 kurzen Fragen siehst du, wo es in deinem Coaching Business gerade hakt und womit du anfängst. Die Auswertung bekommst du direkt danach.

Kostenfreien Kundencheck starten

Was du formal klären solltest

Auch nebenberuflich bist du mit deinem Coaching selbstständig. Für den Start kommen deshalb ein paar Punkte zusammen, und als Angestellte oder Angestellter einer mehr:

  • Dein Arbeitgeber. In vielen Arbeitsverträgen steht, dass du eine Nebentätigkeit anzeigen oder genehmigen lassen musst. Schau in deinen Vertrag und sprich früh und offen mit deinem Arbeitgeber, gerade wenn dein Coaching thematisch nah an deinem Job liegt.
  • Das Finanzamt. Du meldest deine Selbstständigkeit über den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung an. Je nachdem, was du genau anbietest, kommt das Gewerbeamt dazu.
  • Deine Steuer. Was nach deinen Kosten aus dem Coaching übrig bleibt, kommt bei der Einkommensteuer zu deinem Gehalt dazu. Ob die Kleinunternehmerregelung für dich infrage kommt und sinnvoll ist, klärst du am besten vor der Anmeldung mit einer Steuerberatung.
  • Deine Krankenversicherung. Sag deiner Krankenkasse Bescheid. Ob du dort als nebenberuflich selbstständig giltst, hängt vor allem davon ab, wie viel Zeit du ins Coaching steckst und wie viel du damit verdienst.

Das hier ist ein Überblick, keine Steuer- oder Rechtsberatung. Was für dich gilt, klärst du mit einer Steuerberatung und dem Finanzamt.

Was du darüber hinaus für den Start brauchst, vom Impressum bis zur Berufshaftpflicht, steht im Artikel Als Coach selbstständig machen.

Wann sich der Wechsel in die volle Selbstständigkeit lohnt

Irgendwann kommt die Frage, ob du den Job kündigst oder reduzierst. Eine feste Regel gibt es dafür nicht, weder eine bestimmte Zahl an Kunden noch einen bestimmten Zeitpunkt. Es gibt aber Zeichen, an denen du merkst, dass du so weit bist:

  • Neue Kundinnen und Kunden kommen seit einigen Monaten verlässlich, und du weißt, woher sie kommen.
  • Du hast ausgerechnet, wie viel dein Coaching im Jahr einbringen muss, damit du ohne Gehalt davon leben kannst.
  • Deine freien Stunden reichen nicht mehr, und du musst Anfragen auf später verschieben.
  • Du hast eine Rücklage für einige Monate, falls der Übergang holpriger wird als geplant.

Wie viel dein Coaching einbringen muss, rechnest du rückwärts aus, von deinem Leben zu deinem Preis. Wie das geht, steht im Artikel zum Stundensatz im Coaching.

Zu kündigen, damit endlich Zeit da ist, geht dagegen oft nach hinten los. Ist noch unklar, wofür du die Zeit nutzt, wird aus dem knappen Abend ein leerer Vormittag. Dazu fehlt plötzlich das Gehalt, und mit dem Druck wird jedes Erstgespräch schwerer. Manche gehen den Weg deshalb in Etappen und reduzieren ihre Stunden im Job nach und nach, wenn ihr Arbeitgeber das möglich macht.

Wo es bei dir hakt, ist von innen schwer zu erkennen. Nach einem langen Arbeitstag fehlt der Abstand, und jede Aufgabe wirkt gleich dringend. Von außen lässt sich das oft in einem einzigen Gespräch sortieren. Danach weißt du, wofür deine nächsten Abende da sind.

Kostenfreies Erstgespräch

Lass uns schauen, wofür sich deine Stunden am meisten lohnen.

In 30 Minuten gehen wir dein Coaching Business gemeinsam durch. Danach weißt du, welcher Baustein bei dir gerade bremst und wofür du deine Zeit neben dem Job als Erstes nutzt.

Kostenfreies Erstgespräch buchen30 Minuten per Zoom, kostenfrei und ehrlich.

Häufige Fragen

Kann ich nebenberuflich als Coach arbeiten?

Ja, viele Coaches starten so, oft neben einer Anstellung in Teilzeit oder Vollzeit. Wichtig ist, dass du dir feste Zeit für dein Business einplanst und sie auf den Baustein richtest, an dem es bei dir hakt. Sonst bleibt neben dem Job nur Zeit fürs Coachen selbst, und neue Kunden kommen eher zufällig.

Was muss ich beachten, wenn ich angestellt bin und nebenbei als Coach starte?

Schau zuerst in deinen Arbeitsvertrag. Dort steht oft, ob du eine Nebentätigkeit anzeigen oder genehmigen lassen musst, und sprich früh mit deinem Arbeitgeber. Dann kommen die Anmeldung beim Finanzamt und eine kurze Nachricht an deine Krankenkasse. Und plan von Anfang an feste Stunden für dein Business ein, zusätzlich zu den Sitzungen.

Wie melde ich mich nebenberuflich als Coach an?

Beim Finanzamt über den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, den du online über ELSTER ausfüllst. Je nachdem, was du genau anbietest, kommt eine Gewerbeanmeldung dazu, denn manches Coaching gilt als freiberuflich, anderes als gewerblich. Kläre das am besten vorher mit einer Steuerberatung.

Muss ich als nebenberuflicher Coach Steuern zahlen?

Deine Einnahmen aus dem Coaching gehören in deine Steuererklärung, auch nebenberuflich. Was nach deinen Kosten übrig bleibt, kommt bei der Einkommensteuer zu deinem Gehalt dazu. Ob für dich die Kleinunternehmerregelung infrage kommt, hängt unter anderem von deinem Umsatz ab. Das ist eine gute Frage für deine Steuerberatung.

Wann sollte ich vom Nebenberuf in die volle Selbstständigkeit wechseln?

Eine feste Regel gibt es nicht. Gute Zeichen sind neue Kunden, die seit einigen Monaten verlässlich kommen, und eine Rechnung, die auch ohne Gehalt aufgeht. Eine Rücklage für einige Monate gibt dir zusätzlich Ruhe. Wer nur kündigt, um mehr Zeit zu haben, hat danach oft vor allem mehr Druck.

Wer hier schreibt

Ich bin Nils Bodendiek, Business Coach für Coaches. 12 Jahre habe ich Unternehmen mit aufgebaut und geführt und später Websites, Funnels und Systeme für Coaches entwickelt. Heute helfe ich Coaches, Kunden zu gewinnen, auch ohne große Reichweite, mit System. Mehr über meine Arbeit

Kostenfreies Erstgespräch

Mehr Kunden für dein Coaching, auch neben dem Job.

In 30 Minuten schauen wir gemeinsam, welcher Schritt sich in deiner knappen Zeit am meisten lohnt. Oder du startest mit dem Kundencheck und siehst selbst, wo es in deinem Business gerade hakt.

Per Zoom, kostenfrei und ehrlich.