Zum Inhalt springen
Allgemein

Als Coach selbstständig machen: Was du wirklich brauchst.

Der Fragebogen fürs Finanzamt ist abgeschickt. Die Website ist online, das Zertifikat hängt gerahmt über dem Schreibtisch. Und dann sitzt du an einem Dienstagvormittag da, der Kalender ist leer, und du fragst dich, was du eigentlich als Nächstes tun sollst. Hier bekommst du beides: was du formal klären musst, und warum das der leichteste Teil ist.

Kurz gesagt

  • Coach ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Du brauchst keine bestimmte Ausbildung, aber eine Anmeldung beim Finanzamt und eine Absicherung.
  • Ob du freiberuflich oder gewerblich arbeitest, hängt davon ab, was du genau anbietest. Das klärst du am besten mit einem Steuerberater.
  • Die Anmeldung macht dich selbstständig. Leben kannst du davon erst, wenn sechs Bausteine stehen: Persönlichkeit, Positionierung, Angebot, Marketing, Vertrieb und Systeme.
  • Fang oben an, beim ersten Baustein, der noch nicht steht.

Was du formal klären musst

Als Coach darf sich in Deutschland jeder bezeichnen. Eine Ausbildung ist trotzdem viel wert, weil du dort dein Handwerk lernst. Vorgeschrieben ist sie aber nicht.

Für den Start brauchst du im Wesentlichen diese Punkte:

  • Die Anmeldung beim Finanzamt über den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Dort gibst du auch an, ob du die Kleinunternehmerregelung nutzen willst.
  • Die Frage, ob deine Arbeit freiberuflich oder gewerblich ist. Bei Gewerbe kommt die Anmeldung beim Gewerbeamt dazu.
  • Deine Krankenversicherung, die du über deine Selbstständigkeit informierst.
  • Ein Impressum und eine Datenschutzerklärung, sobald du eine Website hast.
  • Eine Berufshaftpflicht. Prüf, ob sie für deine Art von Coaching sinnvoll ist.

Das hier ist ein Überblick, keine Steuer- oder Rechtsberatung. Gerade bei Freiberuf oder Gewerbe und bei der Umsatzsteuer lohnt sich eine Stunde beim Steuerberater.

Warum die Anmeldung der leichteste Teil ist

Die Formulare sind an einem Nachmittag erledigt. Danach bist du offiziell selbstständig. Nur ruft deshalb noch niemand an.

In der Ausbildung hast du gelernt, Menschen zu begleiten. Wie aus einem Fremden ein Kunde wird, der dich bezahlt, hat dir dort kaum jemand gezeigt. Genau an dieser Stelle hängen viele Coaches. Sie posten, sie bauen an der Website, sie machen noch eine Weiterbildung. Und irgendwann kommt die leise Frage, die keiner laut stellt: Reicht das überhaupt zum Leben?

Das hat selten etwas mit deinem Können zu tun. Es fehlt das Business um dein Coaching herum.

Sechs Bausteine, die dein Coaching Business tragen

Ich arbeite mit Coaches an sechs Bausteinen. Sie bauen aufeinander auf, ungefähr so wie die Stockwerke eines Hauses:

  1. Persönlichkeit: Wie du über dich, Geld und Verkaufen denkst. Hier entscheidet sich, ob du die anderen Schritte überhaupt gehst.
  2. Positionierung: Für wen du arbeitest und bei welchem Problem man an dich denkt.
  3. Angebot: Was dein Kunde bei dir bekommt, wie lange, und was es kostet.
  4. Marketing: Wie dich die richtigen Menschen finden und sich in dir wiedererkennen.
  5. Vertrieb: Wie aus einem Gespräch eine Entscheidung wird.
  6. Systeme: Was dir Arbeit abnimmt, damit du coachen kannst, statt zu verwalten.

Wer frisch startet, fängt oft in der Mitte an, meistens beim Marketing, weil man da sofort etwas tun kann. Ohne klare Positionierung und ein greifbares Angebot weiß aber niemand, was er bei dir kaufen soll. Dann bringt auch der hundertste Post wenig.

Die Faustregel

Geh die sechs Bausteine von oben durch. Der erste, der noch wackelt, bremst dich gerade am meisten. Daran arbeitest du zuerst, auch wenn sich ein anderer Baustein dringender anfühlt.

Wie du deine Zielgruppe schärfst, steht im Artikel Positionierung als Coach. Wie du dein Angebot greifbar machst, zeigt Coaching Angebot erstellen, und welcher Preis zu deinem Leben passt, rechnest du mit dem Artikel zum Stundensatz im Coaching aus.

Dein erster Schritt in dieser Woche

Bevor du die nächste Woche in Logo und Website steckst: Deine ersten Kunden kommen sehr oft aus deinem Umfeld. Menschen, die dich kennen, dir vertrauen und gerade selbst irgendwo feststecken. Die erreichst du ohne Werbung.

  1. Schreib zehn Menschen auf, die dich kennen und bei denen du weißt, dass sie gerade etwas beschäftigt.
  2. Such dir drei davon aus und frag sie persönlich, wie es bei ihnen gerade läuft. Ohne Angebot, ohne Link.
  3. Hör zu, mit welchen Worten sie ihr Problem beschreiben, und schreib dir diese Worte auf.

Aus solchen Gesprächen entstehen oft die ersten Erstgespräche. Und ganz nebenbei lernst du, wie deine Zielgruppe wirklich redet. Das brauchst du später für jeden Text auf deiner Website. Wie du so ein Gespräch dann gut führst, steht im Leitfaden fürs Erstgespräch.

Nebenberuflich starten oder gleich ganz?

Beides kann richtig sein. Nebenberuflich nimmt dir den Druck, sofort von jedem Kunden leben zu müssen. Dafür fehlt dir oft die Zeit, die sechs Bausteine wirklich aufzubauen, und das Business bleibt jahrelang ein Hobby mit Rechnungen.

Gehst du direkt ganz in die Selbstständigkeit, hast du Zeit, aber auch eine Uhr, die tickt. Dann hilft eine Rücklage für einige Monate und ein klarer Plan, welcher Baustein zuerst dran ist. Wenn du nebenberuflich startest, sprich vorher mit deinem Arbeitgeber und kläre mit deinem Steuerberater, was das für deine Abgaben bedeutet.

Kostenfreies Erstgespräch

Lass uns schauen, welcher Baustein bei dir zuerst dran ist.

In 30 Minuten gehen wir dein Coaching Business gemeinsam durch. Danach weißt du, wo es gerade hakt und womit du diese Woche anfängst.

Kostenfreies Erstgespräch buchen30 Minuten per Zoom, kostenfrei und ehrlich.

Häufige Fragen

Brauche ich eine Ausbildung, um mich als Coach selbstständig zu machen?

Vorgeschrieben ist keine, Coach ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Eine gute Ausbildung gibt dir aber Handwerk und Sicherheit im Coaching. Für das Business dahinter, also Positionierung, Angebot, Marketing und Vertrieb, bereitet sie dich meistens kaum vor.

Bin ich als Coach freiberuflich oder gewerblich?

Das hängt davon ab, was du genau anbietest. Manche Coaches gelten als freiberuflich, andere melden ein Gewerbe an. Das entscheidet am Ende das Finanzamt. Lass dich dazu vor dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung von einem Steuerberater beraten.

Was brauche ich, um mich als Coach selbstständig zu machen?

Formal: die Anmeldung beim Finanzamt, je nach Tätigkeit beim Gewerbeamt, eine passende Krankenversicherung, Impressum und Datenschutzerklärung für die Website und eine Absicherung. Damit du davon leben kannst, brauchst du außerdem eine klare Positionierung, ein greifbares Angebot und einen Weg, wie Interessenten zu dir ins Gespräch kommen.

Kann ich mich nebenberuflich als Coach selbstständig machen?

Ja, viele starten so. Sprich vorher mit deinem Arbeitgeber und kläre mit deinem Steuerberater die Abgaben. Plan dir feste Zeit für den Aufbau ein, sonst bleibt neben dem Job nur Zeit fürs Coachen selbst.

Wie lange dauert es, bis ich als Coach davon leben kann?

Darauf gibt es keine ehrliche Pauschalantwort. Es hängt davon ab, wie klar deine Positionierung ist, wie dein Angebot aussieht und wie viele Gespräche du führst. Am schnellsten geht es meistens, wenn du zuerst an dem Baustein arbeitest, an dem es gerade hakt, und den Rest eine Weile liegen lässt.

Wer hier schreibt

Ich bin Nils Bodendiek, Business Coach für Coaches. 12 Jahre habe ich Unternehmen mit aufgebaut und geführt und später Websites, Funnels und Systeme für Coaches entwickelt. Heute helfe ich Coaches, Kunden zu gewinnen, auch ohne große Reichweite, mit System. Mehr über meine Arbeit

Kostenfreies Erstgespräch

Angemeldet bist du. Und jetzt?

In 30 Minuten schauen wir gemeinsam, welcher der sechs Bausteine bei dir zuerst dran ist. Oder du startest mit dem Kundencheck und siehst selbst, wo es in deinem Business gerade hakt.

Per Zoom, kostenfrei und ehrlich.