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Modul 2 · Positionierung

Coaching Nische finden: So erkennst du, welche Nische zu dir passt.

Dienstagabend, 22:10 Uhr. Du liegst auf dem Sofa und liest einen Artikel mit dem Titel „Die 30 besten Coaching-Nischen“. Burnout, Hochsensibilität, Karrierewechsel, Beziehungen. Bei jeder zweiten Nische denkst du: Das könnte ich auch. Nach der letzten legst du das Handy weg, und ein Gedanke bleibt: „Und wenn ich mich für die falsche entscheide?“ Hier erfährst du, warum dir solche Listen kaum weiterhelfen, woher die Angst vor dem Festlegen kommt, wo deine Nische meistens schon liegt und mit welchem Schritt du heute anfängst.

Kurz gesagt

  • Listen zeigen dir, welche Coaching-Nischen es gibt. Welche zu dir passt, können sie nicht wissen, weil sie weder deine Geschichte noch deine Kunden kennen.
  • Die Angst vorm Festlegen ist verständlich. Dabei entscheidet eine Nische nur, wen du ansprichst. Wer sonst gut zu dir passt, darf trotzdem kommen.
  • Meistens liegt deine Nische schon in deiner Arbeit, bei den Kundinnen und Kunden, nach deren Sitzungen du mehr Energie hast als vorher.
  • Dein erster Schritt: Schreib auf, in welcher Situation diese Menschen zu dir kamen. Was sie verbindet, ist dein erster Kandidat.

Warum dir eine Liste mit Coaching-Nischen kaum weiterhilft

Seit ein paar Jahren coachst du. Deine Kundinnen und Kunden sind zufrieden, manche haben dich weiterempfohlen, und trotzdem weißt du nie sicher, wie der nächste Monat aussieht. Irgendwann liest du überall denselben Rat: Du brauchst eine Nische. Also suchst du nach einer.

Listen gibt es viele. Sie beantworten die Frage, welche Coaching-Nischen es gibt, und das meistens sogar richtig. Deine eigentliche Frage ist eine andere: Welche ist deine? Darauf kann keine Liste antworten. Sie kennt weder deine Geschichte noch die Menschen, mit denen du schon gearbeitet hast.

Dazu kommt ein zweites Problem. Wer aus einer Liste auswählt, wählt oft nach dem, was gefragt klingt. Dieselbe Liste lesen viele andere Coaches und wählen nach demselben Gefühl. So landest du schnell in einer Nische, die von außen gut aussieht und sich von innen fremd anfühlt. Nach ein paar Monaten fehlt dir die Energie dafür, und die Suche geht von vorn los.

Eine Liste zeigt dir, welche Nischen es gibt. Welche deine ist, findest du in deiner eigenen Arbeit.

Die Angst, dich festzulegen

Der Gedanke vom Sofa ist der eigentliche Grund, warum so viele Coaches ihre Nische vor sich herschieben. Ideen gibt es meistens genug. Was fehlt, ist der Mut, eine davon laut zu sagen. Und wenn es die falsche ist? Wenn dann keiner mehr bucht? Solange jede Anfrage zählt, fühlt sich Festlegen an wie freiwilliger Verzicht.

Und dann ist da der Vergleich. Du siehst Coaches mit einer klaren Zielgruppe und denkst: Die haben es halt leichter. Dazu kommt ganz leise die Frage: „Wer bin ich schon, mich für genau dieses Thema hinzustellen?“ Wenn dich vor allem das bremst, lies auch den Artikel Sichtbar werden als Coach.

Hilfreich ist ein genauer Blick darauf, was eine Nische eigentlich entscheidet. Sie legt fest, wen du in deinen Texten und Gesprächen ansprichst. Wer sonst gut zu dir passt, darf trotzdem zu dir kommen. Warum dich „für alle“ dagegen unsichtbar macht, steht im Artikel Positionierung als Coach.

Und nach dem Festlegen wird es oft leichter als vorher. Du musst nicht mehr vor jedem Beitrag neu überlegen, wen du gerade meinst. Viele merken erst dann, wie viel Kraft sie das Offenhalten gekostet hat.

Gruppe, Problem oder beides: welche Arten von Nischen es gibt

Statt dir 30 Beispiele aufzuzählen, hilft ein Blick auf die Bauart. Grob lässt sich eine Nische auf zwei Wegen beschreiben:

  1. Über eine Gruppe von Menschen. Lehrerinnen, Pflegekräfte im Schichtdienst, Selbstständige im ersten Jahr, Väter in Elternzeit. Man erkennt sich am Beruf oder an der Lebenslage.
  2. Über ein Problem. Ständiges Aufschieben oder die Angst vor dem Gespräch mit der Chefin. Man erkennt sich am Gefühl, egal in welchem Beruf.

Am stärksten ist oft die Verbindung aus beidem: eine bestimmte Gruppe in einem bestimmten Moment. „Ich begleite Frauen, die nach der Elternzeit zurück in den Job gehen und sich dort plötzlich fremd fühlen“ ist so ein Satz. Wer gerade genau das erlebt, fühlt sich sofort gemeint. Bei mir ist es eine Gruppe mit einem Wunsch: Coaches, die gut coachen können und mehr Kunden für ihr Coaching wollen.

Keine der beiden Bauarten ist besser. Welche zu dir passt, hängt davon ab, was du mitbringst und an wen du herankommst.

Woran du erkennst, ob eine Nische zu dir passt

Hast du einen Kandidaten, prüf ihn mit diesen Fragen. Je öfter du Ja sagen kannst, desto besser passt er.

  1. Kennst du das Problem von innen? Aus deiner eigenen Geschichte oder aus deinem früheren Beruf. Das macht dich glaubwürdig, bevor du ein Wort über Methoden sagst.
  2. Hast du bei diesem Problem schon etwas bewegt? Bei Kundinnen und Kunden oder schon in Übungssitzungen während der Ausbildung.
  3. Spüren die Menschen das Problem so stark, dass sie Zeit und Geld investieren wollen? Was nur ein bisschen stört, bringt selten jemanden ins Coaching. Wer deshalb nachts wach liegt, sucht Hilfe.
  4. Kommst du an diese Menschen heran? Über dein Netzwerk oder über einen Kanal, auf dem sie ohnehin unterwegs sind.

Und eine Frage kannst nur du beantworten: Freust du dich auf die Arbeit mit diesen Menschen? Eine Nische, die dich langweilt, hältst du nicht lange durch, egal wie gut sie auf dem Papier aussieht.

Dein erster Schritt: Was verbindet deine Lieblingskunden?

Nimm dir eine halbe Stunde und einen Zettel. Mehr brauchst du für diesen Schritt nicht.

  1. Schreib die Vornamen der Kundinnen und Kunden auf, mit denen du bisher gearbeitet hast. Hast du erst wenige, nimm Menschen aus Erstgesprächen, aus Übungssitzungen in der Ausbildung oder aus deinem Umfeld dazu.
  2. Markier die drei, nach deren Sitzungen du mehr Energie hattest als vorher.
  3. Schreib zu jeder markierten Person einen Satz: In welcher Situation steckte sie, als sie zu dir kam? Nimm die Worte, die sie im ersten Gespräch benutzt hat.
  4. Leg die drei Sätze nebeneinander und such, was sie verbindet. Das kann ein Beruf sein, eine Lebensphase, ein Problem oder ein Satz, der immer wieder fällt.

Oft zeigt sich ein Muster, das du vorher nicht gesehen hast. Vielleicht steckten alle drei gerade in ihrer ersten Führungsrolle. Vielleicht kamen alle mitten in einer Trennung zu dir. Dieses Muster ist dein erster Kandidat für eine Nische. Fertig muss er noch nicht sein. Prüf ihn mit den Fragen von oben und schreib daraus einen Satz, der mit „Für“ anfängt.

Findest du kein Muster, ist auch das eine Information. Dann liegt die Antwort vielleicht in deiner eigenen Geschichte, oder du brauchst noch ein paar Gespräche, bevor sie sich zeigt.

Hakt es bei dir wirklich an der Nische?

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Woran du merkst, dass deine Nische funktioniert

Ob eine Nische passt, zeigt sich selten am Schreibtisch. Du merkst es in den Wochen danach, wenn du sie aussprichst:

  • Jemand hört deinen Satz und sagt: „Da fällt mir sofort jemand ein.“
  • Anfragen kommen mit Worten, die du selbst in deinen Texten benutzt.
  • Dir fallen mehr Themen für Beiträge ein als vorher, weil du weißt, für wen du schreibst.
  • Du gehst aus den Sitzungen mit diesen Menschen mit mehr Energie heraus, als du hineingegangen bist.

Passt es nach einigen Monaten noch nicht, schärfst du nach. Du gehst enger, wählst einen anderen Moment oder nimmst ein anderes Problem in den Blick. Eine Nische wird mit jedem Kunden genauer. Sie braucht nur genug Zeit, damit sich Menschen an dich erinnern können. Steht sie, kommt als Nächstes das Angebot dran. Wie du es so beschreibst, dass dein Gegenüber sofort versteht, was es bekommt, zeigt der Artikel Coaching Angebot erstellen.

Von innen ist das Muster oft schwer zu sehen. Du kennst jede Kundin und jeden Kunden zu gut, und jede Geschichte wirkt einzigartig. Von außen sieht man oft in wenigen Minuten, was deine Lieblingskunden verbindet. Und manchmal zeigt sich dabei, dass deine Nische längst da ist und es an einem ganz anderen Baustein hakt.

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Häufige Fragen

Wie finde ich als Coach meine Nische?

Schau zuerst in deine bisherige Arbeit. Bei welchen Kundinnen und Kunden hattest du nach der Sitzung mehr Energie, und in welcher Situation kamen sie zu dir? Was diese Menschen verbindet, ist dein erster Kandidat. Prüf ihn danach mit ein paar ehrlichen Fragen, etwa ob du das Problem von innen kennst und ob du an diese Menschen herankommst.

Welche Coaching-Nischen gibt es?

Unzählige, und fast jede kann funktionieren. Grob beschreibt eine Nische entweder eine Gruppe von Menschen, etwa einen Beruf oder eine Lebenslage, oder ein Problem, das quer durch viele Lebenslagen geht. Am stärksten ist oft beides zusammen: eine bestimmte Gruppe in einem bestimmten Moment. Welche zu dir passt, findest du in deiner eigenen Arbeit.

Muss ich mich als Coach auf eine Nische festlegen?

Vorgeschrieben ist es nicht. Mit einer Nische fällt es Menschen aber viel leichter, sich in dir wiederzuerkennen und dich weiterzuempfehlen. Das merkst du vor allem dann, wenn neue Kunden über deine Inhalte oder deine Website zu dir finden sollen.

Was ist, wenn ich mich für die falsche Nische entscheide?

Dann merkst du es nach ein paar Monaten und schärfst nach. Eine Nische ist eine Entscheidung für die nächste Zeit, und sie wird mit jedem Kunden genauer. Meistens kostet es dich mehr, gar nicht zu wählen, weil du dann weiter alle ansprichst und sich niemand gemeint fühlt.

Kann ich als Coach mehrere Nischen haben?

Du kannst mit Menschen aus verschiedenen Bereichen arbeiten. In deinen Texten und auf deiner Website sprichst du aber am besten eine Gruppe an. Wer drei Nischen gleichzeitig bewirbt, spricht jede davon nur halb an.

Wer hier schreibt

Ich bin Nils Bodendiek, Business Coach für Coaches. 12 Jahre habe ich Unternehmen mit aufgebaut und geführt und später Websites, Funnels und Systeme für Coaches entwickelt. Heute helfe ich Coaches, Kunden zu gewinnen, auch ohne große Reichweite, mit System. Mehr über meine Arbeit

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