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Modul 4 · Marketing

Marketing für Coaches: Warum mehr Posts nicht mehr Kunden bringen.

Sonntagabend, halb zehn. Du sitzt mit dem Laptop auf dem Sofa und planst die Posts für die nächste Woche. Der letzte hatte zwanzig Likes, zwei Kommentare, „Spannend!“ und ein Herz. Gebucht hat niemand. Und du denkst: Vielleicht muss ich einfach öfter posten. Hier erfährst du, was dein Marketing eigentlich leisten muss, warum Likes dich dabei in die Irre führen und welche Nachricht du heute noch schreiben kannst.

Kurz gesagt

  • Marketing hat als Coach eine Aufgabe: Aus Menschen, die dich nicht kennen, werden Menschen, die mit dir sprechen wollen.
  • Likes kommen von Leuten, die zuschauen. Kunden kommen von Leuten, die sich in deinem Inhalt wiedererkennen.
  • Du brauchst dafür keinen Auftritt auf jeder Plattform. Ein Kanal, eine Person, ein Weg ins Gespräch reichen für den Anfang.
  • Der schnellste Schritt: Schreib den drei Menschen, die zuletzt auf deinen Inhalt reagiert haben.

Warum mehr Posts selten mehr Kunden bringen

Wenn nichts passiert, ist mehr vom Gleichen der naheliegende Gedanke. Also postest du öfter, probierst andere Uhrzeiten und neue Hashtags. Das kostet dich jede Woche Stunden, die neben deinen Kunden ohnehin knapp sind. Und irgendwann sitzt du abends vor dem Handy und fragst dich, ob die anderen einfach besser sind als du.

Meistens liegt es woanders. Viele Inhalte von Coaches sind gut gemeint und richtig, aber sie sind für alle geschrieben. Fünf Tipps für mehr Achtsamkeit, ein schönes Zitat, ein Foto vom Seminarraum. Wer das liest, nickt und scrollt weiter. Er erkennt sich nicht wieder, also hat er keinen Grund, mit dir zu sprechen.

Likes kommen von Menschen, die zuschauen. Kunden kommen von Menschen, die sich wiedererkennen.

Was dein Marketing eigentlich leisten muss

Als Coach verkaufst du ein Gespräch, das man vorher nicht anfassen kann. Dein Marketing muss deshalb zwei Dinge schaffen: Der richtige Mensch muss sich in dir wiederfinden, und er muss einen einfachen Weg haben, mit dir ins Gespräch zu kommen. Reichweite hilft dabei. Ersetzen kann sie keins von beidem.

Im Überblick sieht ein Marketing, das trägt, so aus:

  1. Ein Kanal, auf dem deine Zielgruppe wirklich ist und den du ein halbes Jahr durchhältst. Das kann Instagram sein, LinkedIn, ein Newsletter oder dein Netzwerk vor Ort.
  2. Inhalte für eine Person, mit ihrem Problem und in ihren Worten. Wer das ist, klärst du in deiner Positionierung.
  3. Ein Weg vom Inhalt ins Gespräch, damit aus Aufmerksamkeit eine Unterhaltung wird.
  4. Wiederholung, weil kaum jemand beim ersten Mal bucht.

Der dritte Punkt fehlt bei den meisten Coaches. Sie posten und warten. Der Link in der Bio wartet auch. Und der Mensch, der „Genau mein Thema“ kommentiert hat, wartet darauf, dass jemand fragt.

Für wen du schreibst

Denk bei deinem nächsten Inhalt an einen einzigen Menschen. Am besten an einen echten Kunden, mit dem Problem, das er dir im ersten Gespräch erzählt hat, und mit genau den Worten, die er benutzt hat. Beschreib eine Situation aus seinem Alltag so genau, dass man sie filmen könnte.

Probier den Test

Lies deinen nächsten Post laut vor und stell dir diesen einen Kunden vor. Würde er nach dem ersten Satz denken „Das bin ja ich“? Wenn nicht, schreib den Anfang neu.

Das fühlt sich anfangs eng an. Du hast Angst, alle anderen zu verlieren. In der Praxis passiert meistens das Gegenteil. Wer sich in einem genauen Bild wiedererkennt, teilt es mit Leuten, denen es genauso geht.

Dein erster Schritt: drei Nachrichten

Schau in die Kommentare und Reaktionen deiner letzten Beiträge. Da steht vielleicht „Spannend!“ oder „Kenne ich“. Du hast dich bedankt, und dann ist nichts mehr passiert.

  1. Such dir die drei Menschen heraus, die zuletzt reagiert haben.
  2. Schreib jedem eine persönliche Nachricht mit einem Satz zu seinem Kommentar.
  3. Frag, was ihn bei dem Thema gerade beschäftigt. Den Termin musst du dabei noch gar nicht ansprechen.

Wenn er antwortet, seid ihr im Gespräch. Daraus kann ein Erstgespräch werden, und wie du das dann gut führst, steht im Leitfaden fürs Erstgespräch.

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Brauchst du eine Marketingagentur?

Eine Agentur kann dir Arbeit abnehmen, wenn klar ist, was sie sagen soll und für wen. Fehlt das, bezahlst du dafür, dass dieselbe unklare Botschaft schöner aussieht. Viele Coaches haben schon eine teure Website und merken danach, dass trotzdem niemand bucht.

Kläre deshalb zuerst Positionierung und Angebot. Danach weißt du auch, was du einer Agentur überhaupt in Auftrag geben würdest, und ob du sie dann noch brauchst.

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Häufige Fragen

Welches Marketing funktioniert für Coaches?

Das, bei dem sich der richtige Mensch wiedererkennt und einen einfachen Weg ins Gespräch findet. Welcher Kanal das ist, hängt davon ab, wo deine Zielgruppe unterwegs ist. Für den Anfang reicht ein Kanal, den du regelmäßig bespielst.

Muss ich als Coach auf Instagram sein?

Nein. Instagram kann gut funktionieren, LinkedIn, ein Newsletter, Vorträge oder dein Netzwerk aber auch. Wichtiger als die Plattform ist, dass deine Zielgruppe dort ist und du sie ein halbes Jahr durchhältst.

Wie oft sollte ich als Coach posten?

So oft, wie du es dauerhaft schaffst, ohne dass deine Kundenarbeit leidet. Ein Beitrag, in dem sich dein Kunde wiedererkennt, bringt mehr als fünf, die für alle geschrieben sind. Und ohne einen Weg ins Gespräch hilft auch tägliches Posten wenig.

Wie werde ich als Coach sichtbar?

Sichtbar wirst du für die Richtigen, wenn du über ihre Situation sprichst, mit ihren Worten. Reichweite kommt dann mit der Zeit dazu. Viel schneller wirkt es, auf die Menschen zuzugehen, die schon reagiert haben.

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Erst wenn klar ist, für wen du arbeitest und was dein Angebot ist. Vorher bezahlst du dafür, dass eine unklare Botschaft professioneller aussieht.

Wer hier schreibt

Ich bin Nils Bodendiek, Business Coach für Coaches. 12 Jahre habe ich Unternehmen mit aufgebaut und geführt und später Websites, Funnels und Systeme für Coaches entwickelt. Heute helfe ich Coaches, Kunden zu gewinnen, auch ohne große Reichweite, mit System. Mehr über meine Arbeit

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