Freebie für Coaches: So führt dein Freebie Menschen ins Gespräch mit dir.
Sonntagnachmittag, draußen regnet es. Du sitzt am Schreibtisch und formatierst Seite 31 deines neuen E-Books, 40 Seiten soll es am Ende haben. Deine Checkliste von vor ein paar Monaten haben 14 Menschen heruntergeladen. Gemeldet hat sich danach niemand. Und du denkst: „Vielleicht war das einfach zu wenig.“ Hier erfährst du, warum ein langes Freebie selten zu Gesprächen führt, was ein gutes Freebie für Coaches ausmacht und wie du deins heute mit 4 Fragen prüfen kannst.
Kurz gesagt
- Ein Freebie ist für Menschen, die dich spannend finden, aber noch nicht mit dir sprechen wollen. Es ist ein kleiner erster Schritt zu dir.
- Ein E-Book mit 40 Seiten wird oft heruntergeladen und nie gelesen. Ein kleines Ergebnis in kurzer Zeit wirkt meistens stärker als viel Umfang.
- Ein gutes Freebie löst genau ein Problem, das deine Kundinnen und Kunden kennen. Nach dem Download fragst du persönlich nach, was dabei herauskam.
- Dein erster Schritt: Prüf dein Freebie mit 4 Fragen, bevor du ein neues schreibst.
Wozu ein Freebie für Coaches eigentlich da ist
Nicht jeder, der dich spannend findet, will sofort mit dir sprechen. Manche lesen seit Wochen mit und sind sich unsicher, ob ihr Thema „schlimm genug“ für ein Coaching ist oder ob du die richtige Person dafür bist. Für sie ist ein Erstgespräch noch ein großer Schritt.
Ein Freebie, oft auch Lead Magnet genannt, ist ein kleinerer Schritt davor. Dein Gegenüber bekommt etwas von dir, ohne sich festzulegen. Im besten Fall erlebt es dabei, wie du denkst, und versteht etwas über die eigene Lage, das vorher unklar war. Dann ist ein Gespräch mit dir der logische nächste Schritt.
Die Mailadresse, die du dafür bekommst, ist ein schöner Nebeneffekt. Der eigentliche Wert liegt im Kontakt, der damit beginnt. Eine Liste mit 200 Adressen, aus der nie ein Gespräch entsteht, lässt deinen Kalender genauso leer wie gar keine Liste.
Ein Freebie ist dann gut, wenn danach mehr Menschen mit dir sprechen wollen.
Warum das E-Book mit 40 Seiten selten wirkt
Viele Coaches stecken Wochen in ihr Freebie. Sie wollen zeigen, wie viel sie wissen, und niemand soll denken, es sei zu dünn. Also wird es ein E-Book mit 7 Kapiteln, Übungen und einem schönen Titelbild. Das ist verständlich, es fühlt sich nach echter Arbeit an. Nur führt es selten dorthin, wo du eigentlich hinwillst.
- Es wird heruntergeladen und nicht gelesen. Wer abends auf dem Handy auf deinen Link tippt, hat selten Kraft für 40 Seiten. Die Datei landet bei den Downloads und bleibt dort.
- Es beantwortet alles auf einmal. Wer sich doch durcharbeitet, hat danach oft das Gefühl, jetzt allein weiterzukommen. Eine Frage an dich bleibt kaum übrig.
- Es soll für alle passen. Damit sich niemand ausgeschlossen fühlt, bleibt es allgemein, und in allgemeinen Texten erkennt sich kaum jemand wieder.
- Es kostet dich Zeit, die dir dann für Gespräche fehlt.
Und dann kommt der Moment, der am meisten wehtut. Du hast so viel hineingesteckt, und es kommt keine einzige Reaktion. Schnell landest du bei dem Gedanken, dass es an dir liegt. Meistens liegt es am Format und daran, dass nach dem Download nichts mehr passiert.
Was ein gutes Freebie für Coaches ausmacht
Ein gutes Freebie ist klein und fühlt sich trotzdem wertvoll an. Im Überblick erkennst du es an diesen Punkten:
- Es löst genau ein Problem. Eins, das deine Kundinnen und Kunden im ersten Gespräch in ihren eigenen Worten beschreiben.
- Es ist schnell nutzbar. Dein Gegenüber hat nach wenigen Minuten ein kleines Ergebnis, zum Beispiel eine Erkenntnis über sich, eine Zahl oder einen ersten Satz.
- Es ist für eine Person geschrieben. Wer es öffnet, soll denken: „Das ist genau meine Lage.“ Dafür brauchst du eine klare Positionierung.
- Es zeigt, wie du arbeitest. Deine Fragen und deine Sicht auf das Thema lassen Vertrauen entstehen, bevor ihr euch zum ersten Mal sprecht.
- Es endet mit einer Einladung. Am Ende steht klar, was der nächste Schritt mit dir ist.
Welche Form du wählst, ist weniger wichtig, als viele denken. Ein kurzer Selbsttest mit Auswertung kann passen, eine Checkliste für einen bestimmten Moment, ein Video von 10 Minuten, in dem man dich erlebt, oder eine Vorlage für einen einzigen Schritt. Entscheidend ist, dass dein Gegenüber danach etwas über sich weiß und neugierig auf mehr ist.
Ein Beispiel aus meinem eigenen Business
Mein Freebie ist der Kundencheck. Du beantwortest 6 kurze Fragen zu deinem Coaching Business und bekommst die Auswertung direkt danach. Sie zeigt dir, welcher Baustein bei dir gerade bremst und wo du anfängst.
Mehr steckt bewusst nicht drin. Wer danach darüber sprechen möchte, findet in der Auswertung den Weg ins Erstgespräch.
Wo hakt es gerade in deinem Coaching Business?
Probier den Kundencheck selbst aus. Nebenbei erlebst du, wie sich ein Freebie anfühlt, das schnell ein Ergebnis liefert.
Was nach dem Download passiert
Und vielleicht war deine Checkliste gar nicht zu kurz. Bei vielen Coaches endet die Arbeit mit dem Download. Die Datei geht raus, irgendwann folgt vielleicht ein Newsletter, und das war’s. Dabei hat sich dein Gegenüber gerade bewegt. Es hat sich eingetragen, weil das Thema in diesem Moment wichtig ist.
Genau jetzt lohnt sich eine kurze, persönliche Nachfrage. Zum Beispiel eine Mail am nächsten Tag mit einer einzigen Frage: „Und, was kam bei dir raus?“ Wer darauf antwortet, erzählt dir oft mehr über die eigene Lage als jedes Formular. Aus dieser Antwort kann ein ganz normales Gespräch werden.
Antworte dann so, wie du auch im Gespräch sprechen würdest: persönlich, neugierig und ohne gleich dein Angebot zu erklären. Das Erstgespräch bietest du an, wenn dein Gegenüber von sich aus mehr wissen will. Wie du es führst, steht im Leitfaden fürs Erstgespräch.
Damit dein Freebie überhaupt gefunden wird, braucht es einen festen Platz: in deinen Beiträgen auf dem einen Kanal, auf dem du wirklich da bist, und gut sichtbar auf deiner Website. Wie du diesen Kanal wählst, liest du im Artikel Social Media für Coaches. Was deine Website dafür braucht, zeigt der Artikel Website für Coaches.
Und noch ein praktischer Punkt: Sobald du Mailadressen sammelst, brauchst du eine Einwilligung und eine passende Datenschutzerklärung. Was genau dazugehört, klärst du am besten mit einer Fachperson für Datenschutzrecht.
Dein erster Schritt: Prüf dein Freebie mit 4 Fragen
Bevor du ein neues Freebie schreibst, nimm dir das alte vor. Hast du noch keins, nimm die Idee, die du im Kopf hast. Beantworte jede dieser Fragen mit Ja oder Nein:
- Kann dein Gegenüber es in 10 Minuten nutzen, auch abends auf dem Handy?
- Löst es ein einziges Problem, das deine Kundinnen und Kunden im ersten Gespräch so oder ähnlich benennen?
- Weiß man danach etwas über die eigene Lage, das man vorher nicht wusste?
- Steht am Ende ein klarer nächster Schritt mit dir, der leicht zu gehen ist?
Jedes Nein zeigt dir, wo du ansetzt. Oft ist die Lösung kleiner, als du denkst. Nimm aus deinem langen Freebie das eine Kapitel, das die häufigste Frage aus deinen Erstgesprächen beantwortet, und mach nur daraus dein neues Freebie. Den Rest hebst du dir für die Arbeit mit deinen Kundinnen und Kunden auf.
Und wenn alle 4 Antworten Ja lauten und sich trotzdem kaum jemand meldet? Dann liegt es selten am Freebie selbst. Meistens hakt es an einer früheren Stelle: Es ist noch nicht klar genug, für wen du arbeitest, oder dein Angebot ist schwer zu verstehen. Ein Freebie kann nur so klar sein wie das, was dahinter steht. Von innen ist das schwer zu sehen, und genau darauf schauen wir im Erstgespräch gemeinsam.
Lass uns schauen, wie Interessierte bei dir ankommen.
In 30 Minuten schauen wir gemeinsam auf dein Freebie und auf das, was danach passiert. Danach weißt du, wo du zuerst ansetzt.
Häufige Fragen
Was ist ein Freebie im Coaching?
Ein kleines, kostenfreies Angebot für Menschen, die dich kennenlernen wollen, bevor sie mit dir sprechen, zum Beispiel ein kurzer Selbsttest, eine Checkliste oder ein Video. Im Gegenzug tragen sie meist ihre Mailadresse ein. Ein gutes Freebie gibt ihnen ein kleines Ergebnis und macht das Gespräch mit dir zum logischen nächsten Schritt.
Was ist ein Lead Magnet für Coaches?
Lead Magnet ist ein anderes Wort für Freebie. Gemeint ist etwas Kostenfreies, über das Interessierte den ersten Kontakt zu dir aufnehmen. Für Coaches funktioniert es am besten, wenn es ein konkretes Problem deiner Wunschkundinnen und Wunschkunden aufgreift und ins Gespräch führt.
Welches Freebie passt zu meinem Coaching?
Eins, das die Frage beantwortet, die dir in Erstgesprächen am häufigsten gestellt wird. Hör darauf, wie deine Kundinnen und Kunden ihr Problem beschreiben, und mach genau dieses eine Problem zum Thema. Ein kurzer Selbsttest oder eine Checkliste für einen bestimmten Moment eignet sich dafür oft gut.
Wie lang sollte ein Freebie sein?
So kurz, dass man es in wenigen Minuten nutzen kann. Ein kleines Ergebnis wirkt stärker als viele Seiten. Ein E-Book mit 40 Seiten wird oft heruntergeladen und nie zu Ende gelesen.
Brauche ich als Coach überhaupt ein Freebie?
Nicht unbedingt. Wenn du schon regelmäßig mit Interessierten sprichst, kann ein Freebie warten. Hilfreich wird es, wenn viele dich spannend finden, sich aber noch nicht trauen, ein Gespräch zu buchen. Dann ist es ein kleinerer erster Schritt zu dir.
Wer hier schreibt
Ich bin Nils Bodendiek, Business Coach für Coaches. 12 Jahre habe ich Unternehmen mit aufgebaut und geführt und später Websites, Funnels und Systeme für Coaches entwickelt. Heute helfe ich Coaches, Kunden zu gewinnen, auch ohne große Reichweite, mit System. Mehr über meine Arbeit