Website für Coaches: Eine Seite, in der sich deine Kunden sofort wiedererkennen.
Sonntagvormittag, der Kaffee ist noch warm. Du öffnest deine Website, für die du vor zwei Jahren einer Agentur eine Menge Geld bezahlt hast. Die Fotos sind schön, die Farben passen zu dir. Über das Kontaktformular kam trotzdem seit Wochen keine einzige Anfrage, und deine letzten Kundinnen kamen alle über Empfehlungen. Du scrollst einmal nach unten und wieder nach oben und denkst: Vielleicht brauche ich einfach eine neue Website. Hier erfährst du, warum das selten die Lösung ist, was eine Website für Coaches wirklich braucht und mit welchem Test du in wenigen Minuten siehst, ob deine Seite gerade das Problem ist.
Kurz gesagt
- Eine neue Website bringt selten von allein neue Kunden. Meistens schauen sich Menschen deine Seite erst an, nachdem sie über eine Empfehlung oder einen Beitrag von dir gehört haben.
- Eine Website verstärkt, was schon da ist. Ist noch unklar, wen du ansprichst, macht sie genau diese Unklarheit sichtbar.
- Deine Seite braucht vor allem einen Satz ganz oben, in dem sich dein Gegenüber wiedererkennt, und einen einfachen Weg ins Gespräch. Oft reicht dafür eine einzige Seite.
- Dein erster Schritt: Zeig deine Startseite 5 Sekunden lang einem Menschen, der dich kaum kennt, und frag, was hängen geblieben ist.
Warum eine neue Website selten neue Kunden bringt
Wenn über die Website keine Anfragen kommen, liegt der Gedanke an eine neue nahe. Sie fühlt sich nach Fortschritt an. Man kann sie anfassen, man kann sie zeigen, und irgendwo im Hinterkopf ist die Hoffnung: Wenn die Seite erst richtig schön ist, kommen auch die Anfragen.
Ich höre das von Coaches immer wieder. Erst kommt die schöne Website, dann kommen die Kunden. Manche haben dafür mehrere Tausend Euro ausgegeben, bevor überhaupt klar war, wen die Seite ansprechen soll. Und nach dem Neustart bleibt es genauso still wie vorher.
Das liegt selten am Design. Bei Coaches landet kaum jemand zufällig auf der Website. Meistens landet jemand bei dir, nachdem er von dir gehört hat: über eine Empfehlung, einen Beitrag, einen Vortrag. Dann schaut er nach, ob das hier wirklich etwas für ihn ist. Solange offen ist, für wen du da bist und wie Menschen überhaupt von dir erfahren, baut dir auch die beste Agentur nur ein schönes Schaufenster in einer Straße, in die keiner kommt.
Eine Website ist ein Verstärker. Sie macht lauter, was schon da ist. Auch die Unklarheit.
Eine stille Website fühlt sich schnell persönlich an. Du klickst dich durch die Seite einer Kollegin, die scheinbar ständig ausgebucht ist, und findest ihre moderner als deine. Also muss es wohl daran liegen. An manchen Abenden kommt noch ein leiserer Gedanke dazu: Vielleicht liegt es ja an mir. Meistens liegt es an etwas, das sich viel leichter ändern lässt.
Woran es auf Coach-Websites meistens hakt
Wenn ich mir mit Coaches ihre Seite anschaue, bleibe ich fast immer an derselben Stelle hängen. Ganz oben fehlt der Satz, bei dem ein Besucher sofort denkt: Das bin ja ich. Dort steht dann etwas wie „Ich begleite dich auf deinem Weg“ oder eine Liste mit Methoden und Ausbildungen. Das stimmt alles. Nur erkennt sich darin niemand wieder.
Dazu kommt oft ein zweites Problem: Der Besucher weiß nicht, was er als Nächstes tun soll. Es gibt ein Menü mit 8 Punkten, drei Angebote nebeneinander, einen Newsletter und ein Kontaktformular mit vielen Pflichtfeldern. Jede dieser Möglichkeiten ist gut gemeint. Zusammen sorgen sie dafür, dass sich dein Gegenüber für keine entscheidet und die Seite wieder schließt.
Beide Probleme löst kein Webdesigner für dich. Den Satz ganz oben kann dir niemand mitliefern, weil er aus deiner Positionierung kommt: für wen du arbeitest, bei welchem Problem und was danach anders ist. Und den einen nächsten Schritt legst du erst fest, wenn dein Angebot klar ist. Wie du es in zwei Sätze bringst, steht im Artikel Coaching Angebot erstellen.
Ein paar Zeichen, dass es bei dir eher an der Klarheit liegt als am Aussehen:
- Interessenten fragen im Erstgespräch, was du eigentlich genau machst.
- Am Telefon erklärst du in einem Satz besser, wobei du hilfst, als deine Startseite es tut.
- Wörter wie ganzheitlich, individuell oder nachhaltig tragen die wichtigste Aussage.
- Dein Name steht größer da als das Problem deiner Kundinnen und Kunden.
Was eine Website für Coaches wirklich braucht
Im Überblick braucht deine Seite erstaunlich wenig. Wenn diese Punkte stehen, erfüllt sie ihre Aufgabe:
- Ein Satz ganz oben, in dem sich dein Gegenüber wiedererkennt. Für wen ist das hier, und was ist danach anders? Am besten in den Worten, die deine Kundinnen und Kunden selbst benutzen.
- Ein Weg ins Gespräch. Ein Knopf, der überall auf der Seite dasselbe tut, zum Beispiel einen Termin für ein kostenfreies Erstgespräch buchen. Wie du dieses Gespräch dann führst, steht im Leitfaden fürs Erstgespräch.
- Das Problem und dein Angebot. Ein kurzer Abschnitt, der die Lage deiner Kunden so genau beschreibt, dass jemand beim Lesen nickt. Darunter in wenigen Sätzen, was sich durch die Zusammenarbeit mit dir verändert.
- Du als Mensch. Ein echtes Foto und ein paar Sätze dazu, warum du diese Arbeit machst. Coaching ist Vertrauenssache, und Menschen wollen sehen, mit wem sie sprechen. Hast du schon Stimmen von Kundinnen oder Kunden, gehören ein, zwei echte dazu, mit deren Einverständnis.
- Impressum und Datenschutzerklärung. Die sind Pflicht. Was genau hineingehört, klärst du am besten mit fachlicher Hilfe, denn das hier ist keine Rechtsberatung.
Mehr braucht es erst einmal nicht. Das alles passt auf eine einzige Seite, die man von oben nach unten liest wie ein gutes Gespräch. Erst fühlt sich dein Gegenüber verstanden, dann sieht es, wie du helfen kannst, dann lernt es dich kennen, und am Ende steht die Einladung.
Was du weglassen darfst
Viele Coach-Websites sind über die Jahre gewachsen. Jede Weiterbildung bekam eine Unterseite, jede Idee einen Menüpunkt. Für deine Besucher heißt das: mehr lesen, mehr suchen, mehr entscheiden. Vieles davon darfst du weglassen, zumindest so lange, bis dein Business danach fragt:
- Eine eigene Unterseite für jede Methode. Deine Kunden kaufen eine Veränderung. Wie du dorthin kommst, erklärst du im Gespräch.
- Mehrere Angebote nebeneinander. Dann muss dein Gegenüber zuerst wählen, bevor es überhaupt mit dir spricht. Warum am Anfang ein Angebot reicht, liest du in Ein Coaching Angebot für den Anfang.
- Einen Blog oder Newsletter, für den dir die Zeit fehlt. Ein letzter Beitrag von vor einem Jahr wirkt schnell so, als hättest du aufgehört.
- Ein langes Kontaktformular. Jedes Pflichtfeld ist eine Hürde mehr. Ein Link, über den man direkt einen Termin bucht, ist für viele einfacher.
Nichts davon ist für immer gestrichen. Jedes dieser Dinge kann wieder dazukommen, zum Beispiel ein Newsletter, wenn du regelmäßig schreibst und Menschen sich dafür eintragen wollen. Welche Werkzeuge außer der Website am Anfang wirklich nötig sind, steht im Artikel Tools für Coaches.
Website für dein Coaching erstellen: selbst, mit Hilfe oder ganz neu?
Eine Website für dein Coaching kannst du heute selbst erstellen, ohne programmieren zu können. Baukästen gibt es viele, und für eine klare Seite reicht ein Baukasten in aller Regel aus. Ob du sie selbst baust oder dir helfen lässt, ist am Ende weniger wichtig als die Frage, was darauf steht.
Eine neue Website kann trotzdem richtig sein. Zum Beispiel, wenn du deine alte nicht selbst ändern kannst und für jeden Satz eine Agentur anschreiben musst. Oder wenn sie auf dem Handy kaum lesbar ist. Oder wenn sich deine Positionierung so verändert hat, dass kaum noch etwas passt. Dann kann sich ein Neustart lohnen, am besten erst, wenn du weißt, was draufsoll.
Bevor du eine neue Website beauftragst
Kläre zuerst den Satz ganz oben und dein Angebot. Ohne beides kann dir niemand eine passende Seite bauen.
Leg fest, wohin der Knopf führt, bevor über Farben und Schriften gesprochen wird.
Achte darauf, dass die Domain auf deinen Namen läuft und du Texte selbst ändern kannst.
Frag nach den laufenden Kosten im Monat. Die gehen beim Angebot für den Aufbau schnell unter.
Dein erster Schritt: der 5-Sekunden-Test
Bevor du Geld für eine neue Seite ausgibst, mach diesen Test. Er dauert keine Viertelstunde und zeigt dir oft schon, ob deine Website gerade das Problem ist.
- Such dir einen Menschen, der dich und deine Arbeit kaum kennt. Am besten jemanden, der zu deinen Kunden passen könnte.
- Zeig ihm deine Startseite auf dem Handy, 5 Sekunden lang, ohne zu scrollen. Genau so sehen viele deine Seite zum ersten Mal.
- Leg das Handy weg und frag: Für wen ist diese Seite, und wobei hilft die Person dort? Und was würdest du jetzt als Nächstes tun?
- Schreib die Antworten wörtlich auf, auch wenn sie wehtun.
Sagt dein Gegenüber ziemlich genau das, was du sagen wolltest, und würde auf den Knopf zum Gespräch tippen, ist deine Website wahrscheinlich nicht das, was dich gerade bremst. Dann lohnt sich der Blick auf eine andere Stelle, etwa darauf, wie Menschen überhaupt von dir erfahren. Kommt dagegen ein vages „Irgendwas mit Coaching?“, weißt du jetzt, wo du anfängst: beim Satz ganz oben. Und der entsteht in deiner Positionierung, lange bevor es um Farben und Schriften geht.
Liegt es wirklich an deiner Website?
Mit 6 kurzen Fragen siehst du, welcher Baustein in deinem Coaching Business gerade bremst. Die Auswertung bekommst du direkt danach.
Warum die Website in meiner Arbeit erst spät kommt
Ich arbeite mit Coaches an 6 Bausteinen, die aufeinander aufbauen: Persönlichkeit, Positionierung, Angebot, Marketing, Vertrieb und Systeme. Die Website gehört für mich zu den Systemen, also ans Ende. Das hat einen einfachen Grund: Sie kann nur zeigen, was vorher geklärt ist. Stehen Positionierung und Angebot, ist eine einfache Seite schnell gebaut. Fehlt beides, wird sie auch nach Monaten nicht richtig fertig, weil jeder Text sich irgendwie falsch anfühlt. Warum die Reihenfolge der Bausteine so viel ausmacht, zeigt der Überblick Coaching Business aufbauen.
Was du allein schwer siehst: Du kennst deine Seite zu gut. Beim Lesen hörst du, was du gemeint hast, und überliest, was wirklich dort steht. Von außen fällt dagegen oft in wenigen Sekunden auf, ob die Website dich gerade bremst oder ob es an einer früheren Stelle hakt. Genau das schauen wir uns im Erstgespräch gemeinsam an.
Lass uns gemeinsam auf deine Website schauen.
In 30 Minuten schauen wir, ob deine Seite dich gerade wirklich bremst oder ob es an einer früheren Stelle hakt. Danach weißt du, ob sich eine neue Website für dich lohnt und womit du anfängst.
Häufige Fragen
Brauche ich als Coach eine Website?
Eine einfache Seite lohnt sich fast immer, weil Menschen nachschauen, bevor sie dich ansprechen. Eine große Website brauchst du am Anfang nicht. Für die ersten Kunden reicht eine Seite, auf der klar steht, wem du hilfst, und ein Link, über den man einen Termin bucht.
Was gehört auf eine Website für Coaches?
Ganz oben ein Satz, in dem sich deine Kunden wiedererkennen. Darunter ihr Problem in ihren Worten und was sich durch die Zusammenarbeit mit dir verändert, ein echtes Foto mit ein paar Sätzen über dich und ein Knopf, der immer zum Gespräch führt. Impressum und Datenschutzerklärung sind Pflicht.
Kann ich meine Coaching Website selbst erstellen?
Ja. Mit einem Baukasten geht das heute ohne Programmierkenntnisse, und für eine klare Seite reicht das meistens. Wichtiger als die Technik ist der Text. Achte außerdem darauf, dass die Domain auf deinen Namen läuft und du Inhalte selbst ändern kannst.
Was kostet eine Website für Coaches?
Das reicht von einer Seite, die du selbst mit einem Baukasten erstellst und für einen kleinen Betrag im Monat betreibst, bis zu mehreren Tausend Euro bei einer Agentur. Wichtiger als der Betrag ist, dass vorher klar ist, wen die Seite ansprechen soll. Sonst sieht die Unklarheit danach nur teurer aus.
Warum bekomme ich über meine Website keine Anfragen?
Meistens erkennen Besucher in den ersten Sekunden nicht, ob die Seite für sie ist, oder der nächste Schritt ist unklar. Manchmal kommen auch einfach zu wenige Menschen auf die Seite. Der 5-Sekunden-Test mit jemandem, der dich kaum kennt, zeigt dir schnell, was bei dir zutrifft.
Wer hier schreibt
Ich bin Nils Bodendiek, Business Coach für Coaches. 12 Jahre habe ich Unternehmen mit aufgebaut und geführt und später Websites, Funnels und Systeme für Coaches entwickelt. Heute helfe ich Coaches, Kunden zu gewinnen, auch ohne große Reichweite, mit System. Mehr über meine Arbeit